Quintessence Naturprodukte

“Auch dem Koerper tut ein Oelwechsel gut” SZ Bericht

TETTNANG – Zahlreiche Besucher haben die Gelegenheit genutzt, sich am Samstagnachmittag bei “Medizin im Schloss – Hilfe zur Selbsthilfe” in Kurzvorträgen und einer Fachausstellung über Gesundheitsfragen zu informieren. Die Angebote reichten von gesundem Wasser über Öle bis hin zu Kerzen und Edelsteinen.

Düfte von Ölen, Gewürzen, Tees und Weihrauch ziehen durch das Neue Schloss. Hier wird gesundes Wasser und Naturkost angeboten, dort locken Kerzen und Edelsteine in allen Farben Besucher an. Frauen sind in der Mehrzahl, sie achten mehr auf ihre Gesundheit. Wenn dann noch Naturkosmetik und Düftedesign vorgestellt oder die Gesichtshaut verfeinert wird, fühlen sie sich direkt angesprochen.
Uli Haberbosch vom Organisationsteam ist zufrieden: Schon nach kurzer Zeit sind so viele Eintrittskarten verkauft wie im Vorjahr. Ganz besonders freut er sich über das Grußwort des Bürgermeisters und über die Sponsoren, ohne die die Veranstaltung, die seit 2005 jährlich durchgeführt wird, in dieser Qualität gar nicht machbar wäre: “Wir haben wieder qualitativ höherwertige Angebote, die Professionalität hat sich verbessert.” Gerade das Mit- und Nebeneinander von Schulmedizin und alternativen Behandlungsmethoden durch Heilpraktiker spreche viele Menschen an.

Was Großmutter noch wusste…
Großmutters Wissen ist in, wie beliebte Bücher mit dem Titel “Was Großmutter noch wusste” belegen. Wir fragen in der Vortragspause Simone Kuhn, was sie ihren Zuhörern darüber erzählen wird. Sofort kommt sie mit Beispielen für einfache Hausmittel von früher. So helfe Honig bei rauen Lippen und zusammen mit Zitrone bei Erkältungskrankheiten. Selbst das Schröpfen sei zu Hause möglich: Auch mit dem Staubsauger könne man links und rechts der Wirbelsäule die Reflexzonen ansprechen. Im Zeichen immer weiter explodierender Kosten im Gesundheitswesen ein durchaus überdenkbarer Weg.
Etwas verwundert entdeckt man den Beratungstisch eines Dentallabors. Hier sind alle Möglichkeiten von Zahnersatz von der einfachsten Krone bis zum Implantat zu sehen, die Unterschiede werden genau erklärt. Heute, wo Patienten oft nur mit einer Bezuschussung rechnen dürften und bei aufwendigeren Verfahren kräftig zuzahlen müssten, würden sich viele vor dem Zahnarztbesuch über die verschiedenen Möglichkeiten informieren, ist hier zu hören. “Ölwechsel für den Körper” steht über einem anderen Stand. Dass nicht alle Fette und speziell Öle für den Menschen gut sind, ist immer wieder zu lesen. Hier werden konkrete Empfehlungen ausgesprochen. Wenn im Auto die Warnlampe aufleuchtet, gehen die meisten schnell in die Werkstatt, hören wir – aber dem eigenen Körper schenkten wir längst nicht so viel Aufmerksamkeit. Beim Medizintag im Schloss gab es eine Menge an Anregungen. Wenn nur ein kleiner Teil davon umgesetzt wird, ist schon viel gewonnen.

Redakteur und Bild: Helmut Voith

Dieser Bericht ist am 27. 10. 2008 in der Schwäbischen Zeitung erschienen, in der Ausgabe Tettnang.

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Mit der Muttermilch nehmen Babys nicht nur die wichtigen Bestandteile, sondern auch immer mehr gefaehrliche Chemikalien auf

Von wegen ungetrübtes Still-Idyll: In der Muttermilch lassen sich mehr als 300 Chemikalien nachweisen. Umweltschützer des BUND haben jetzt auch neue Schadstoffe entdeckt.

Zwar sind die Belastungen mit DDT, Dioxinen und PCB (Polychlorierte Biphenyle) wegen weit reichender Verbote zurückgegangen. Dafür werden aber immer mehr neue gefährliche Substanzen wie Weichmacher, Flammschutzmittel und Duftstoffe gefunden. Das zeigt jetzt eine Studie des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND). Die Umweltschützer fordern deshalb, die Chemikalienpolitik der EU am Vorsorgeprinzip auszurichten. Im Herbst will das EU-Parlament über eine entsprechende Vorlage (REACH) entscheiden. “Wir raten nicht vom Stillen ab, sondern wollen, dass die Belastungen schnell und effektiv minimiert werden”, betonte BUND-Vorsitzende Angelika Zahrnt.

In der BUND-Studie wurden erstmals sämtliche Ergebnisse von Muttermilchuntersuchungen der vergangenen Jahre zusammengefasst. Muttermilch ist ein starker Indikator für die Belastung mit vielen Chemikalien, denn Fett liebende Stoffe werden nicht vom Körper abgebaut, sondern reichern sich in den Fettdepots an, bis sie dann für die Milchfettbildung mobilisiert werden. Der Effekt: Vor allem Erstgeborene älterer Mütter kriegen über die Muttermilch eine große Portion Schadstoffe ab. Darüber hinaus sind die Chemikalien auch im Blutserum der Mütter nachzuweisen und können teilweise über die Plazenta das ungeborene Kind erreichen.

Als besonders gefährlich schätzt der BUND moderne Flammschutzmittel und Weichmacher ein, die im Verdacht stehen, Krebs zu erregen oder die männliche Fruchtbarkeit zu stören. Polybromierte Diethylether (PBDE) zum Beispiel werden zum Flammschutz vor allem in Elektroartikeln, Kunststoffen und Textilien eingesetzt. 2003 lag der weltweite Verbrauch bei 70 000 Tonnen im Jahr. Seit den 70er Jahren hat sich die durchschnittliche PDBE-Belastung der Muttermilch alle fünf Jahre verdoppelt.

Weichmacher im Visier

Auch die vor allem in PVC verwendeten Weichmacher finden sich in hohen Konzentrationen in Blut und Milch.
Generell seien Kleinkinder sechs Mal so hoch damit belastet wie Erwachsene, schreibt der BUND. Doch auch um die Grenzwerte streiten sich die Experten.
Der Hintergrund: In Europa kamen seit den 40er Jahren allein bis 1980 rund 106 000 Chemikalien auf den Markt. Aber erst 1981 trat ein Gesetz in Kraft, das eine Risiko-Bewertung der Substanzen verlangt. Alle zuvor entwickelten Substanzen (97 Prozent) mussten jedoch nie eine Risikoprüfung durchlaufen, warnt der BUND.

Quelle: dpa

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